Tennisellbogen oder Tennisarm

Als Tennisellbogen oder Tennisarm werden Schmerzen an der Aussenseite des Ellbogens bezeichnet (Epicondylitis humeri radialis). Der Händedruck und auch das Strecken der Finger gegen Widerstand sind schmerzhaft.

Es handelt sich dabei um ein Krankheitsbild, dem eine Überlastung und chronische Entzündung der Sehnenursprünge am Ellbogen zugrunde liegen. Häufig gehen die Beschwerden auch von einer zu schwachen Schultergürtelmuskulatur aus, die dann durch Überbelastung der Unterarmmuskulatur kompensiert wird. Vergleichbare Ueberlastungen und Verletzungen gibt es auch bei Leichtathleten, z.B. den "Werferellbogen" bei Speerwerfern oder bei Golfspielern den "Golfarm". Diese Beschwerden treten hier aber nicht am äusseren, sondern am inneren Ellbogens auf.

Die Behandlung des Tennisellbogens ist zunächst konservativ mit lokaler Kältetherapie und eventuell Infiltrationen. Da zusätzlich Verspannungen der betroffenen Muskelgruppen vorliegen können, wird in meiner Praxis von Anfang an Heilgymnastik und Physiotherapie in das Therapiekonzept mit einbezogen. In den Fällen in denen sich der Tennisellbogen als therapieresistent erweist, z. B. bei länger bestehenden Beschwerden (länger als 6 Monate), muss man eine Operation ins Auge fassen. Die Ergebnisse der operativen Behandlung mit Ruhigstellung bis zur Wundheilung und mit Physiotherapie zur Muskelkräftigung sind sehr zufriedenstellend. Sportliche Belastung ist nach ungefähr 6-8 Wochen nach einer derartigen Operation möglich. Durch Erlernen einer richtigen Technik und richtiger Bewegungsabläufe, können Sie aktiv vorbeugen. Achten Sie auch auf armschonende Sportgeräte (Schläger, Bälle, usw).

Schleimbeutelreizung am Ellbogen

Die Schleimbeutel am Ellbogen reduzieren die Druck- und Reibbelastungen zwischen Knochen und Sehnen oder Haut. Probleme und Schmerzen entstehen durch chronische Überbelastung, verstärkt durch ungenügende Vorbereitung bei sportlichen Aktivitäten, falsche Bewegungsmuster und Ermüdungserscheinungen oder durch wiederholte Stürze auf die betreffenden Stellen.

Die Ausheilung einer Schleimbeutelentzündung durch Kühlung und ggf. entzündungshemmende Medikamente sowie durch Ruhigstellung ist wichtig, da sonst eine Operation notwendig werden kann. Bei beginnender Arthrose mit einer schmerzhaften Bewegungseinschränkung ist nach Ausschöpfung aller konservativer Möglichkeiten die Arthroskopie des Ellbogengelenks die Therapie der Wahl.

Dabei können die schmerzhaften Bewegungseinschränkungen durch Entfernen und Glätten von arthrosebedingten Strukturen (z. B. Knochensporne, sog. Osteophyten oder Schleimbeutel) reduziert werden. Das Fortschreiten der Arthrose selber wird dadurch allerdings nicht beeinflusst.

Der Vorteil einer arthroskopischen Operation gegenüber einer offenen Operation liegt darin, dass lediglich kleine Schnitte ohne Ablösung von Bändern und Muskeln nötig sind. Dadurch können Schmerzen nach der Operation deutlich reduziert werden. Die Nachbehandlung ist einfacher und die Dauer der Rekonvaleszenz wird deutlich reduziert. Die Arthroskopie des Ellbogens gehört wegen der verwinkelten Gelenkverhältnisse und der unmittelbaren Nachbarschaft zu Gefässen in die Hände eines geübten Operateurs. In meiner Praxis können wir hier auf eine grosse Erfahrung zurückblicken und die Arthroskopie ist mittlerweile für eine Grosszahl von Problemen im Bereich von Gelenken zu einem Routineeingriff geworden. Gelenkersatz bei fortgeschrittener Arthrose. Bei einer fortgeschrittenen Arthrose mit zerstörten Gelenkflächen ist eine Arthroskopie nicht mehr hilfreich. In diesem Fall hat sich eine Endoprothese des Ellbogens bewährt. Auch bei schweren Destruktionen der Gelenkflächen ist in den meisten Fällen mit einer guten Beweglichkeit bei gleichzeitiger Schmerzbefreiung zu rechnen. Die Belastbarkeit eines künstlichen Gelenks entspricht natürlich nicht derjenigen eines gesunden Gelenkes. So besteht bei den Patienten die Gefahr, dass sie wegen der durch den Gelenkersatz erzielten Schmerzfreiheit den operierten Arm zu stark belasten. Ein Ersatz des Ellenbogengelenks ermöglicht also Alltagsaktivitäten mit Sicherung einer gewissen Lebensqualität. Man kann die Resultate des Gelenkersatzes im Ellbogen mit denjenigen nach Hüft- oder Kniegelenkersatz vergleichen.

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