Dupuytren

Die Erkrankung wird nach dem französischen Arzt Guillaume Dupuytren benannt, der sich im vergangenen Jahrhundert intensiv mit dieser Krankheit beschäftigt hat.

Zwischen der Haut der Hand und ihren Beugesehnen und Nerven liegt eine strangförmige Gewebeschicht. Sie wird Palmaraponeurose genannt und schützt beim festen Zugreifen oder beim Sturz auf die Hand die darunter liegenden empfindlichen Sehnen und Nerven. Es war u. a. Guillaume Dupuytren, der erkannte, dass beim Morbus Dupuytren nicht die Beugesehne, sondern die Palmaraponeurose oberhalb der Beugesehne erkrankt. Dabei kommt es zur Wucherung des Fasziengewebes unter der Haut der Handfläche und der Finger. Die Faszie wird strangförmig immer dicker, bildet Knoten und verkürzt sich, wodurch mit der Zeit die Finger immer mehr gekrümmt werden. Bei der Dupuytren'sche Krankheit erkranken leider recht häufig auch mehrere Finger und es können ebenso beide Hände erkranken, wobei Männer deutlich häufiger betroffen sind als Frauen. Eine genaue Ursache der Erkrankung ist noch unbekannt. Sicher ist jedoch, dass die Vererbung eine sehr wichtige Rolle spielt. Bei jedem 3. Betroffenen ist ein Familienangehöriger von der gleichen Erkrankung betroffen. Eine Häufung der Dupuytren'schen Krankheit findet man auch bei:

  • Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit)
  • Epilepsie
  • Alkoholmissbrauch

Es ist völlig falsch und nicht akzeptabel, im Umkehrschluss einem von der Dupuytren'schen Krankheit Betroffenen Alkoholmissbrauch zu unterstellen, da ja, wie oben bereits erwähnt, als wesentliche Ursache eine erbliche Vorbelastung besteht! Man kann die Krankheit meist sehr einfach durch Betrachten und Abtasten der Hand bzw. der Knoten und Stränge in der Hohlhand, die oft auch in die Finger hinreichen und diese einkrümmen, erkennen. In vielen Fällen sind weitere Untersuchungen nicht erforderlich, wobei in fortgeschrittenen Fällen eine Röntgenaufnahme von stark gekrümmten Fingern für die Operationsplanung nützlich sein kann. Betroffene sollten bedenken, dass bei der Operation des Dupuytren zwar das erkrankte "Dupuytren Gewebe" entfernt werden kann, es aber nicht möglich ist, die tiefere Ursache der Erkrankung, nämlich die ererbte Vorbestimmung (genetische Disposition) zu ändern. Die Nachsorge ist nach der Operation einer Dupuytren'schen Erkrankung wichtig. In meiner Praxis überwache ich diese auch selbst! In der ersten Woche nach der Operation wird die Hand mittels einer Bandage ruhig gestellt. Danach legen wir zur Vorbeugung von Schwellungen gut gepolsterte Kompressionsverbände an. Bei der Bandage und den Verbänden bleiben die Finger immer frei beweglich. Nach vollständig abgeheilter Wunde benötigt der Patient in der Regel nach zwei Wochen keinen Verband mehr. In den meisten Fällen ist eine Krankengymnastik sinnvoll, bei Schwellungen eventuell zusätzlich Lymphdrainagen und Ergotherapie. Normale Belastungen können meist nach rund 6 Wochen wieder gut durchgeführt werden. Extreme Belastungen, wie z.B. beim Tennis oder bei entsprechenden beruflichen Tätigkeiten, sollten rund 10 - 12 Wochen gemieden werden. Die Häufigkeit eines Rezidivs (erneute Erkrankung) ist generell bei Operationen an den Fingern deutlich häufiger als an der Handfläche. Die Wahrscheinlichkeit wächst, wenn eine oder mehrere der folgenden Faktoren zutreffen:

  • ein direkter Verwandter leidet auch an Morbus Dupuytren
  • die Erkrankung findet sich auch an den Füßen (Morbus Ledderhose) oder über den Mittelgelenken der Hand
  • die Krankheit tritt erstmals vor dem 40. Lebensjahr auf
  • die Erkrankung betrifft auch Daumen und Zeigefinger

In folgenden Situationen sollte nicht operiert werden:

  • klinisch erkennbare Durchblutungsstörungen der Finger
  • erkennbar mangelnde Fähigkeit des Patienten zur anhaltenden Mitarbeit in der Nachbehandlungsphase
  • unbehandeltes Ekzem oder eine infizierte Wunde im Operationsgebiet
  • schwerwiegende Allgemeinerkrankungen, die ein zu hohes Narkose- und Operationsrisiko haben (zB ein erst kurz zurück liegender Herzinfarkt)
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